Pressestimmen

WIDERSPRUCH 63

Bildung und Marktregime

«Der radikale Umbau der Bildung im Zuge des internationalen Standortwettbewerbs und massiver Sparmassnahmen, seine Auswirkungen auf die soziale Struktur von Gesellschaften und mögliche Formen von Widerstand: All dies wird im aktuellen «Widerspruch» aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Die Redaktion zitiert dazu eingangs eine symptomatische Aussage des Wirtschafts- und Bildungsministers Johann Schneider-Ammann im Oktober 2012: «Jede Gesellschaft ist eine Art Pyramide mit den Intellektuellen und Bildungsfähigsten an der Spitze und einem breiten Sockel von Menschen mit vorwiegend handwerklichen Stärken.»

Adrian Riklin in Wochenzeitung WOZ vom 24. 10.2013

 

« ... Schrittweise wurde «die traditionelle Frage der Bildungsforschung nach der Erziehung junger Menschen zu guten Staatsbürgern durch Kosten-Nutzen-Analysen verdrängt», stellt Peter Streckeisen im neuen ‘Widerspruch’ fest. An die Stelle des kollektiven politischen Bemühens um besseren Zugang zu höherer Bildung trat eine rein individuell ausgerichtete «Investition in Humankapital». Es habe zwar «vierzig Jahre gedauert von der Erfindung der Humankapitaltheorie bis zur wirksamen Verankerung der Bildungsökonomie in der Schweiz. ... »

Rezension von Hans Steiger im P.S. vom 31.10.3013

 

« ... Für die Sicherung der wirtschaftlichen Existenz ist der Erwerb eines passenden Bildungstitels absolut notwendig, wenngleich längst nicht mehr hinreichend: Wurden früher die «Sockelschichten» der Gesellschaft mit ihren gegebenen «handwerklichen» Fähigkeiten einfach so lange als möglich produktiv genutzt, so will man sie heute «einbeziehen» in den Wettkampf der Bildungs- und Wirtschaftsstandorte. Sie sollen, genauso wie die «Fähigsten», ihren Leistungsbeitrag laufend perfektionieren. ...»

R.L. im infosperber vom 17.11.2013

 

«Bemerkenswert ist, dass zur gleichen Zeit zwei etablierte linke Zeitschriften der Bildungspolitik einen Themenschwerpunkt widmen. Die Nummer 63 des «Widerspruch» und die 302 von «Das Argument» analysieren die Funktionen und Wandel der Bildungssysteme im globalen Kapitalismus. ...»

Johannes Gruber in vpod bildungspolitik 184

 

«Einst sollte die Bildung dem sozialen Zusammenhalt dienen, sie sollte die Bürger einer Nation befähigen, demokratische staatsbürgerliche Verantwortung zu tragen. Ein möglichst breites Allgemeinwissen sollte den Austausch unter den Gebildeten und so eine gemeinsame Entscheidungsfindung ermöglichen. Bildung sollte das Individuum emanzipieren, es mündig und handlungsfähig machen. Heute aber, so die einhellige Meinung der AutorInnen des neuen WIDERSPRUCH 63, dient Bildung dem globalen Standortwettbewerb. Es werden Eliten herangezüchtet, damit sie durch Innovationen den Markt beflügeln.»

Nina Shadeva auf fairunterwegs.ch vom 12.2.2014


«Wenn man über den ewigen Zankapfel der Bildungspolitik spricht, ist die gute Nachricht, dass, solange gestritten wird, immer noch alle Parteien glauben, dass Bildung überhaupt etwas bewirken kann. Die schlechte ist die, dass unter den Bedingungen kapitalistischer Demokratien die Widersprüche, die im Bildungssektor sowieso schon zur Genüge vorhanden sind, entweder verschärft oder verschleiert werden.»

Rolf Bossart in Neue Wege 2/2014